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Der Schilder- und Lichtreklamehersteller. Ein Beruf, viele Möglichkeiten und eine Katze.

Es riecht ein wenig nach Farbe oder Gummi. An den Wänden hängen bunte Folienrollen und über die PC-Monitore im Eingangsbereich flimmern farbige Logos. Weiter hinten stehen drei Mitarbeiter an großen Arbeitstischen und bearbeiten eine gelbe Folienbahn mit einem Cuttermesser. Alles ist hell ausgeleuchtet. Druck- und Schneidemaschinen bewegen ihre Mechanik. Die Geräuschkulisse hier im Raum klingt wie eine Mischung aus warmgelaufenen Nähmaschinen.

In der Werkstatt mit Autozufahrt wird gerade ein neuer VW Caddy beschriftet. Mit Heißluftfön, Rakel und Sprühflasche ausgestattet macht sich Christiane mit zwei anderen Mitarbeitern ans Werk. Noch ist das Fahrzeug weiß. In 48 Stunden jedoch soll es vollflächig blau foliert sein. Große gelbe Schriftzüge und ein kleinerer fotorealistischer Digitaldruck werden das Fahrzeug dann zusätzlich schmücken. Der Kunde macht Termindruck, will nur für kurze Zeit auf sein Lieferfahrzeug verzichten. Bereits eine Woche vorher hatte er einen maßstabsgetreuen Entwurf seiner Fahrzeugwerbung erhalten.

Auch solche Simulationen am Computer gehören inzwischen zu dem kreativen Aufgabenfeld eines Schilder- und Lichtreklameherstellers.

Der Beruf hat sich verändert. Wo früher oft mit Pinsel und Malstock beschriftet wurde, hat inzwischen längst das Folienzeitalter Einzug erhalten.

Es ist so wie in nahezu allen alten Handwerksberufen auch. Computer und Maschinen haben den Beruf des Schilder- und Lichtreklameherstellers gründlich auf den Kopf gestellt. So gründlich, dass sich die modernere Berufsbezeichnung „Werbetechniker“ immer weiter durchsetzt.

Doch ohne Handarbeit geht es auch heute nicht. Schwindelfreie Maschinen die auf haushohe Gerüste klettern um dort eine Leuchtreklame zu installieren gibt es nicht. Und nach wie vor ist der Beruf nichts für Grobmotoriker. Besonders im Umgang mit den vielen verschieden Folientypen ist Fingerspitzengefühl gefragt. So werden zum Beispiel große bedruckte Folienflächen über geschwungene Karosserieformen von Autos geklebt. Ganz ohne Blasen, Kniffe oder etwa Falten. Anderswo werden filigrane LED-Module in Leuchtkästen verbaut.

Die Technik bietet zwar neue Möglichkeiten aber eben auch jede Menge Herausforderungen.

Ein guter Werbetechniker kennt sich aus. Er weiß wie man Materialien verarbeitet und richtig in Szene setzt. Vom Werbebanner aus Vinyl über Autobeschriftungen mit Reflexfolie bis hin zu Schildern aus Acrylglas – montiert mit Abstandshaltern aus poliertem Edelstahl. Es gibt viele verschiedene Kunden mit den unterschiedlichsten Aufträgen. Werbung für kurzfristige Messeauftritte, Parkplatzschilder in der Tiefgarage und große Firmenschilder hoch oben auf dem Vordach.

Jeder Auftrag ist anders. Jeder Kunde hat ein unterschiedliches Budget. All das gilt es zu berücksichtigen. Und natürlich immer noch ein wenig mehr.

Da gibt es Großunternehmen und die Chefs der Marketingabteilungen mit detailgenauen Ausschreibungen in der Tasche. Sie wissen genau wie die neuen Autobeschriftungen des Konzerns auszusehen haben. Und dann gibt es die Autobeschriftung des Kioskbesitzers von nebenan. Manchmal geht es dann ganz von vorne los. Mit der Erstellung eines Logos oder der Auswahl einer geeigneten Schriftart. Soll es eine Schrift mit Seriefen sein? Auf jeden Fall soll alles besonders auffällig werden und natürlich nicht so teuer. Vielleicht ist es auch eine gute Idee die eigene Katze als Foto mit aufs Fahrzeug zu bringen. Quasi als niedliches Maskottchen.

Nein ist es nicht! Wie jedoch schafft man es einen überzeugten Katzenliebhaber umzustimmen? In solchen Fällen kommt es wohl auch auf argumentatives Fingerspitzengefühl an. Auf die leisen Zwischentöne im Umgang mit Chefs und Entscheidern.

Werbetechniker sollten die Möglichkeit haben sich zu spezialisieren. Anders ist der bunte Nebel aus Kundenwünschen, Materialien und Anforderungen kaum zu durchdringen.

In der Werbetechnikbranche gibt es viele kleine Unternehmen. Zumeist Einzelunternehmen, in denen Beratung, Grafikarbeiten, Produktion, Montage und oft sogar die Kalkulation oder Buchhaltung von der gleichen Person übernommen werden.

Großunternehmen oder gar Franchiser, in denen es für jeden Bereich extra Zuständigkeiten gibt, finden sich kaum. Die Branche ist eben wenig skalierbar. Uninteressant für große Investoren mit schnellen Renditeerwartungen.

Gut, wenn man Werbetechniker und Werberitter gleichzeitig ist. Zumindest sehen wir das so!

Der weiße VW Caddy ist inzwischen jedenfalls blau. Die gelben Schriften sehen ziemlich gut aus, sind waschanlagenfest und werbewirksam. Der Katzenaufkleber ist sehr klein geraten und wurde etwas stilisiert. Ein guter Kompromiss. Unsere Kundenberater haben ganze Arbeit geleistet. Auch Christiane und ihr Team sind zufrieden mit ihrer Arbeit. Alles wurde fehlerfrei verklebt und sieht genauso aus wie auf dem Entwurf. Lothar, der Kioskbesitzer, ist happy und findet die Katzengröße sei genau richtig.

Wenn zum Schluss alles zusammenpasst.

Unter den Werberittern gibt es alte Hasen die seit fast 40 Jahren im Geschäft sind. Und es gibt die Generation, die weiß wie man eine gute Referenz auf Instagram postet.

So bilden wir ein gut formiertes Team aus ca. 25 vollbeschäftigten Mitarbeitern. Groß genug um dringend notwendige Spezialisierungen zu ermöglichen. Gleichzeitig aber klein genug um mit den individuellen Anforderungen dieser Branche bestens klarzukommen.

Ok, ab und zu geht auch bei uns etwas schief. Aber wir sind eben auch verrückt und motiviert genug um in der Werbetechnikbranche täglich nach Bestleistungen zu streben.

Versprochen!